Heizkörper entlüften – Schritt-für-Schritt Anleitung
Sie brauchen: einen Entlüftungsschlüssel (Vierkant, gibt's im Baumarkt für ~2 €) oder einen flachen Schraubenzieher, ein kleines Gefäß oder Tuch. Die Heizung sollte laufen (nicht entlüften wenn die Anlage kalt ist).
- Heizung in Betrieb
Anlage auf normale Betriebstemperatur bringen. - Kalten Heizkörper identifizieren
Hand anlegen: Ist der Heizkörper oben kalt aber unten warm? Klassisches Zeichen für eingeschlossene Luft. - Entlüftungsventil öffnen
Das Ventil sitzt oben an der Seite des Heizkörpers (kleines Viereck oder Schlitz). Gefäß darunter halten. Ventil eine Viertelumdrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen. - Luft entweichen lassen
Zischen hören → das ist Luft die entweicht. Warten bis das Zischen aufhört und gleichmäßig Wasser austritt. - Ventil sofort schließen
Sobald klares Wasser ohne Luftblasen fließt: Ventil im Uhrzeigersinn schließen. Nicht zu fest anziehen. - Druck prüfen und auffüllen
Am Manometer der Heizungsanlage prüfen: Soll-Druck 1,5–2 bar. Wenn darunter: Wasser über Füllhahn (roter Hebel) nachfüllen bis 1,5 bar erreicht.
Warum wird ein Heizkörper kalt obwohl die Heizung läuft?
Die häufigsten Ursachen:
- Luft im Heizkörper – häufigste Ursache, behebt sich durch Entlüften
- Thermostatventil defekt oder festgefressen – Ventilstift steckt, Heizkörper bekommt kein Warmwasser
- Heizkörperventil geschlossen – Thermostat auf 0 oder Frostschutz gestellt
- Hydraulischer Abgleich fehlt – weiter entfernte Heizkörper werden nicht ausreichend durchströmt
- Druckverlust in der Anlage – Pumpe kann das Wasser nicht weit genug fördern
Wann hilft Entlüften nicht – und ein Fachbetrieb muss ran?
Entlüften hilft nicht wenn nach dem Entlüften der Heizkörper immer noch kalt bleibt. In diesem Fall liegt meist ein mechanisches Problem vor:
- Thermostatventil ist defekt oder festgefressen (nach vielen Jahren kann der Stift kleben)
- Hydraulischer Abgleich wurde nie durchgeführt (besonders in Altbauten mit vielen Heizkörpern)
- Pumpe läuft nicht oder fördert zu wenig (Pumpenstörung)
- Druckverlust deutet auf ein Leck im System hin
Ein Heizungsfachbetrieb diagnostiziert die Ursache in der Regel in 30–60 Minuten.
Wie oft sollte man Heizkörper entlüften?
Empfehlung: Einmal zu Beginn der Heizsaison (Oktober) alle Heizkörper kontrollieren. Bei Neubauten oder nach Reparaturen am System öfter – bis zu monatlich im ersten Jahr. Regelmäßige Luftentwicklung im System kann auf ein Mikroleck hinweisen.